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21. Juni 2013

Giovanni Simone Mayr, ein deutscher Komponist in Italien - Zur 250. Wiederkehr des Geburtstags des "Vaters der italienischen Oper"

Nachtrag (28. August 2016):
"Arme Medea, armer Mayr" (Opera Lounge) mit vielen Details zu Leben und Werk Mayrs und einer umfassenden aktuellen Diskographie


Johann Simon Mayr wurde am 14. Juni 1763 in Mendorf bei Altmannstein, Landkreis Eichstätt, geboren. Ab 1777 studierte er in Ingolstadt Theologie, Philosophie, Medizin, Jura und Kanonisches Recht und war daneben auch als Organist tätig. 1789 ging er nach Italien. Am 2. Dezember 1845 starb er in Bergamo; in der dortigen Basilika Santa Maria Maggiore fand er - ebenso wie Donizetti - seine letzte Ruhestätte. Bis vor Kurzem fand Mayr fast nur als Donizettis Lehrer Erwähnung, dabei war er zu Lebzeiten ein gefeierter Komponist, der als Giovanni Simone Mayr rund sechzig Opern komponierte (Werkverzeichnis bei Wikipedia) und als "Vater der italienischen Oper" gilt.

Mit "Ginevra di Scozia" wurde 1801 das Teatro Nuovo in Triest eingeweiht, zur Feier des 200-jährigen Jubiläums gab es 2001 eine Wiederaufführung dieses dramma serio eroico, einer Belcanto-Oper, die an die Sänger teils höchste Anforderungen stellt. So liegt die Titelpartie extrem hoch, beim Anhören des CD-Mitschnitts (Opera Rara) kann man nur staunen, wie Elizabeth Vidal dies bewältigt! Nach ihrer Uraufführung stand "Ginevra di Scozia" dreißig Jahre lang in den verschiedensten Versionen und mit einer meist transponierten Titelpartie auf dem Spielplan, um dann - wie die übrigen Werke Mayrs und auch die vieler seiner Zeitgenossen - in Vergessenheit zu geraten.

Bis zur Jahrtausendwende hatte es kaum Aufnahmen von Werken von Mayr gegeben, von "Medea in Corinto" allerdings immerhin drei Gesamtaufnahmen: beim Label Vanguard eine Aufnahme von 1970 mit Marisa Galvany in der Titelpartie, bei Myto einen Livemitschnitt aus Neapel mit Leyla Gencer und William Johns und 1990 die Aufnahme bei Opera Rara mit Jane Eaglen und Bruce Ford. Ferner gibt es einen Mitschnitt der Oper "La rosa bianca e la rosa rossa" aus Bergamo 1990. Aber in letzter Zeit werden einige seiner Opern und auch geistliche Werke wieder aufgeführt und teils auch als Mitschnitte veröffentlicht. So hat das Festival “Rossini in Wildbad” bereits mehrere Opern von Mayr aufgeführt: 2001 “Verter” (das Werk wird Mayr zugeschrieben, stammt aber möglicherweise von Pucitta; auf CD erschienen bei Bongiovanni), 2003 “L’accademia di musica” und – für mich eine großartige Entdeckung - 2004 “L’amor coniugale”; diese 1805 entstandene „Befreiungs“-Oper basiert auf der gleichen Vorlage wie Beethovens Leonore/Fidelio (auf CD erschienen bei Naxos). "Fedra" gab es in Braunschweig, "Medea in Corinto" in München und St. Gallen, "Demetrio, re di Siria" in Posen, um einige weitere der auf CD verfügbaren Produktionen zu nennen. Die 1995 in Ingolstadt gegründete Internationale Simon-Mayr-Gesellschaft e.V. hat viel zur Wiederentdeckung dieses zu Unrecht vergessenen Komponisten beigetragen.

Jetzt zur 250. Wiederkehr des Geburtstags von Mayr gab es Aufführungen von "Ginevra di Scozia" in Ingolstadt am 14. Juni und in Bergamo am 16. Juni 2013. BR-Klassik sendet am 23. Juni den Mitschnitt aus Ingolstadt.

Mehr über Mayrs Bedeutung für die italienische Oper in dem Beitrag von Werner Häußner "Ein Europäer aus der bayerischen Provinz: Johann Simon Mayr zum 250. Geburtstag" und in der ausführlichen Rezension der Aufführung von "Ginevra di Scozia" in Ingolstadt im Neuen Merker.
In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zog es weitere deutsche Komponisten nach Italien:

Giacomo Meyerbeer, der nach Anfängen in Berlin sieben Opern für italienische Bühnen komponierte (s. den Beitrag hier im Blog), bevor er nach Paris ging und dort - beginnend mit "Robert le Diable"(1831) - die Grand Opéra, die als Gattung ihre Anfänge hatte in Rossinis "Moise et Pharaon" (1827), Aubers "La Muette de Portici" (1828) und Rossinis "Guillaume Tell" (1829), zur vollen Blüte führte; Peter von Winter, der für Wien "Das Labyrinth" als Fortsetzung von Mozarts "Zauberflöte" in einem dem Schikaneder-Theater angemessenen Stil komponierte, aber für Bühnen in ganz Europa Opern schrieb (Werkverzeichnis bei Wikipedia), darunter 1817 für die Mailänder Scala "Maometto il fanatismo" (Wiederaufführung 2002 beim Festival "Rossini in Wildbad", Mitschnitt auf CD bei Naxos); hingewiesen sei auch auf die vier italienischen Opern von Otto Nicolai, darunter "Il templario" (Turin 1840, Wiederaufführung 2008 in Chemnitz, Mitschnitt auf CD bei cpo).






Italian Opera - Project Mayr: 











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Ergänzung (7.10.2013):

5. August 2012

"Rossini in Wildbad" 2012 - Drei Konzerte (20. - 22. Juli)


Foto: Wikimedia Commons
Die Konzerte fanden dieses Jahr wieder im Großen Kursaal statt. Es war schön, wieder einmal dort zu sitzen, wo früher auch die Opernaufführungen stattfanden, bevor das Festival wegen des größeren Platzangebotes in die Trinkhalle umzog.


Rund ums Wasser (20. Juli 2012)

Das Konzert wurde zugunsten des Kurtheaters, in dem übernächstes Jahr wieder gespielt werden soll, von "Classic pro bono" gesponsert, einer Konzertreihe, die Benefizkonzerte für ausgewählte kleine Hilfsprojekte durchführt, denen die gesamten Einnahmen zufließen; zugleich sollen die Konzerte auch jungen und noch nicht arrivierten Berufsmusikern Auftrittsmöglichkeiten bieten.

Auf dem Programm standen Lieder und Duette von Gioachino Rossini, die irgendeinen Bezug zum Wasser haben, - sei es das Meer (La pesca - Der Fischfang, aber auch La Veuve andalouse - Die andalusische Witwe oder La danza), sei es der Canale grande in Venedig (La regata veneziana), sei es die Donau (Addio ai Viennesi - Abschied von den Wienern), sei es das Ligurische Meer (L'esule - Der Verbannte) u. a..

Es war eine Freude, dem Spiel der Pianistin Judit Polgar zu lauschen; sie brachte Rossinis Musik - je nach Thema und Stimmung - als Begleiterin und als Solistin bei der Barcarole (Nr. 8 aus Album pour les enfants dégourdis für Klavier solo) zum perlenden Klingen oder zum dramatischen Ausbruch, was man von den Gesangssolisten, die sie begleitete, leider nicht sagen konnte. Beiden Solisten - Muriel Fankhauser, Sopran, und Viktor Majzik, Tenor, - stand leider nicht die für die Gestaltung dieser unterschiedlichsten Stimmungen erforderliche Ausdruckspalette zur Verfügung, beim Tenor kam noch ein fahles Timbre ohne tenoralen Glanz hinzu. Alles klang gleich, - es reicht eben nicht, Noten korrekt aneinander zu reihen und freundlich ins Publikum zu schauen.

Unterbrochen wurde dieses Einerlei erfreulicherweise durch Christopher Kaplan, Tenor, und Atanas Mladenov, Bass, die - am Klavier begleitet von Marco Alibrando - mit schön timbrierten Stimmen und ausgezeichneter Textgestaltung in den Duetten Li marinari (Die Matrosen) und Orage et beau temps (Gewitter und schönes Wetter) demonstrierten, wie man mit Rossinis Liedern kleine Geschichten erzählen und Stimmungen heraufbeschwören kann. Beide waren Teilnehmer der von Raul Giménez geleiteten Akademie BelCanto und sangen auch in den Opernproduktionen des Festivals, so Atanas Mladenov einen viel beachteten Eremiten in I briganti.


Große Akademie (21. Juli 2012)
 
"Grande Accademia" - so hießen zu Rossinis Zeiten gemischte Vokal- und Instrumentalkonzerte mit Musik verschiedener Komponisten, und die Große Akademie mit den Virtuosi Brunensis unter der Leitung von Federico Longo am 21. Juli machte bereits durch eine hochinteressante Programmgestaltung neugierig und erfreute durch eine glänzende musikalische Umsetzung.

Es begann mit der Ouvertüre zu der in Bad Wildbad vollendeten und in Stuttgart uraufgeführten Oper Die sizilianische Vesper  (1843) von Peter Joseph von Lindpaintner (1791- 1856), - mal getragen fließend, mal schmissig mit viel Blech. Aus derselben Oper folgte dann die Arie des Grafen Fondi, gesungen von dem höhen- und koloratursicheren Tenor Christopher Kaplan. Lindpaintner war Erster Kapellmeister der Stuttgarter Hofoper und komponierte nach einer Liste bei operone 21 Opern. Musikalische Vorbilder waren Rossinis Guillaume Tell, Meyerbeers Les Huguenots und insbesondere Aubers Muette de Portici. Ouvertüre und Arie sind von Volker Tosta in der Edition Nordstern neu editiert worden und somit seit langer, langer Zeit zum ersten Mal wieder zu hören gewesen.

Vermutlich eine Uraufführung war die folgende, ebenfalls von Volker Tosta herausgegebene Kavatine der Theresa, die Giacomo Meyerbeer für seine Oper Ein Feldlager in Schlesien (1844) komponiert, aber nicht zur Aufführung gebracht hatte, gesungen von Kristina Elfversson, Sopran.

Auch von Gioachino Rossini gab es eine Rarität zu hören: Das Terzetto (Aria Fileno con pertichini)  aus der Kantate Il vero omaggio (1822), eine Umarbeitung der szenischen Kantate La riconoscenza von 1821. Die extrem hohe Tenorpartie des Fileno komponierte Rossini für den damals noch jungen Giovanni Battista Rubini, für den später dann Mercadante die Rolle des Ermano in I briganti schrieb; der junge spanische Tenor Jesús Ayllón zeigte sich den Anforderungen dieser Pastorale durchaus gewachsen, stimmschön stimmten Sofia Mchedlishvili und Rosa Fiocco als Schäferinnen in die sich zum Terzett weitende Melodie ein.

Der Vokalteil des Konzerts schloss mit einer Konzertarie von Wolfgang Amadeus Mozart: Ch'io mi scordi di te? (KV 505) für Sopran, Orchester und obligates Klavier. Ursprünglich wurde sie - mit längerem Rezitativ und einem Part für Solo-Violine - 1786 für eine Wiener Privataufführung des Idomeneo, re di Creta komponiert (KV 490); inhaltlich ging es um Idamante, der in dieser Szene seine geliebte Ilia beruhigt, die befürchtet, ihn an Elettra zu verlieren. Für das Abschiedskonzert von Nancy Storage (Susanna der Uraufführung von Le nozze di Figaro) arbeitete Mozart die Arie zur reinen Konzertfassung um und begleitete bei der Aufführung im Rahmen einer "Akademie" am 23. Februar 1787 die Sängerin höchstwahrscheinlich selbst am Klavier. - Bei "Rossini in Wildbad" begleitete der Pianist Achille Lampo die Mezzosopranistin Marija Jokovic bei ihrer einfühlsamen Interpretation.

Beim letzten Programmpunkt konnten die Virtuosi Brunensis, die unter der schwungvollen Leitung von Federico Longo die Solisten aufmerksam begleitet hatten, endlich die ihnen gebührende Aufmerksamkeit ungeteilt beanspruchen, und zwar bei einem ebenfalls selten zu hörenden Werk, nämlich der Sinfonie Nr. 1 c-moll op. 11 von Felix Mendelssohn Bartholdy, die dieser 1824 im Alter von 15 Jahren komponiert hat.


Rossini & Co. (22. Juli 2012)

In diesem Konzert zeigten die Teilnehmer der Akademie BelCanto noch einmal ihr Können, mit überwiegend bekannten (und damit zu Vergleichen herausfordernden) Arien aus Opern von Rossini, Mozart, Bizet und Delibes sowie mit Liedern und Ensembles von Rossini bis hin zum Quartett "Mi manca la voce" aus Mosè in Egitto. Das gesangliche Niveau war erfreulich hoch, besonders positiv auffallend wiederum Atanas Mladenov ("Le femmine d'Italia" aus L'italiana in Algeri und - abweichend von der Besetzungsangabe auf dem Programmzettel - erneut im Duett Li marinari mit Christopher Kaplan wie im Konzert vom 20. Juli). Rosa Fiocco glänzte mit "Giusto Ciel" (L'assedio di Corinto), Sofia Mchedlishvili bekam viel Beifall für die Glöckchen-Arie aus Lakmé (und sang auch eine Arie aus La cambiale di matrimonio), Christopher Kaplan reüssierte mit "Il mio tesoro intanto" aus Don Giovanni und Vassilis Kavayas mit der Arie des Ramiro "Si, ritrovarla" aus La Cenerentola. Weitere Solisten waren Jesús Ayllon ("Je crois entrendre encore" aus Les Pêcheurs de Perles), Raffaele Facciolà ("Donne mie, la fate a tanti" aus Cosi fan tutte) und Marija Jokovic ("Una voce poco fa" aus Il barbiere di Siviglia). Am Klavier begleiteten Marco Alibrando und Achille Lampo.

Abb.: Scan aus Prospekt "100 Jahre Kurhaus Bad Wildbad" (Staatsbad Wildbad GmbH)

7. Mai 2012

"Rossini in Wildbad" - Diskografie


Festival „Rossini in Wildbad"
Live auf CD / DVD

Ergänzt am 8. Oktober 2017

Das 1989 gegründete Festival "Rossini in Wildbad" ist im Laufe der Jahre wahrlich zum "Pesaro des Nordens" geworden. Aber nicht nur viele weitgehend unbekannte Werke Rossinis - darunter drei in Editionen der Deutschen Rossini Gesellschaft - wurden seitdem in Bad Wildbad aufgeführt, sondern auch Werke anderer, zu Unrecht vergessener Komponisten:  Giovanni Simone Mayr, Giacomo Meyerbeer, Peter von Winter u.a.. Viele dieser Ausgrabungen und Entdeckungen sind auf CD, einige auch auf DVD festgehalten. Dem Label Naxos und dem SWR ist es auch zu verdanken, dass der große Rossini-Kenner Alberto Zedda, künstlerischer Leiter des Rossini Opera Festivals in Pesaro und Ehrenpräsident der Deutschen Rossini Gesellschaft, endlich auch als Dirigent „seiner“ Opern angemessen dokumentiert ist. Geht man die Besetzungslisten durch, entdeckt man Aufnahmen aus der Anfangszeit der Karrieren von inzwischen im Belcantofach international gefragten Sängerinnen, Sängern und Dirigenten: Alessandro De Marchi, Pavol Breslik, Olga Peretyatko, Luca Salsi, Jessica Pratt, Michael Spyres u. a.. Aber auch bereits arrivierte Künstler - unter den Dirigenten auch Richard Bonynge und Gabriele Bellini - ließen und lassen sich für Aufführungen in Bad Wildbad begeistern, insbesondere wenn Alberto Zedda dirigiert: z. B. Joyce DiDonato, Lawrence Brownlee, Sonia Ganassi, Marianna Pizzolato, Lorenzo Regazzo, Bruno de Simone. Ich hoffe, diese Diskografie noch um viele Veröffentlichungen erweitern zu können! Die YouTube-Videos sind Mitschnitte aus Bad Wildbad.

Antonino Fogliani: Zehn Jahre Rossini-Dirigent in Bad Wildbad

Die bisher erschienenen Aufnahmen (CDs, soweit nicht anders angegeben), 
geordnet nach dem jeweiligen Aufführungsjahr:


neu!!! 2016 - Gioachino Rossini, Sigismondo - Antonino Fogliani; Margarita Gritskova,Marcell Bakonyi, Maria Aleida, Kenneth Tarver, Paula Sánchez-Valverde, Sésar Arrieta; Camerata Bach Chor Poznan; Virtuosi Brunenses (Naxos)

neu!!! 2016 - Vincenzo Bellini, Bianca e Gernando - Antonino Fogliani; Silvia Dalla Benetta, Maxim Mironow, Luca Dall'Amico, Vittorio Prato, Zong Shi, Marina Viotti, Georghe Vlad, Mar Campo; Camerata Bach Chor Poznan; Virtuosi Brunenses (Naxos)

neu!!! 2016 - Gioachino Rossini, Sigismondo - Antonino Fogliani; Margarita Gritskova, Marcell Bakonyi, Maria Aleida, Kenneth Tarver, Paula Sánchez-Valverde, César Arrieta; Camerata Bach Chor Poznan; Virtuosi Brunenses (Naxos)

neu!!! 2015 - Gioachino Rossini, Bianca e Falliero - Antonino Fogliani; Laurent Kubla, Kenneth Tarver, Baurzhan Anderzhanov, Victoria Yarovaya, Cinzia Forte, Marina Viotti, Artavazd Sargsyan; Camerata Bach Chor Posen; Virtuosi Brunenes (Naxos)

2015 - DVD Gioachino Rossini, L'inganno felice - Antonino Fogliani; Artavazd Sargsyan, Silvia Dalla Benetta, Baurzhan Anderzhanov, Tiziano Bracci, Lorenzo Regazzo; Virtuosi Brunenses (Dynamic)

neu!!! 2014 - Gioachino Rossini, Adelaide di Borgogna - Luciano Acocella; Margarita Gritskova, Ekaterina Sadovnikova, Baurzhan Anderzhanov, Gheorghe Vlad, Miriam Zubieta, Yasushi Watanabe, Cornelius Lewenberg; Camerata Bach Chor Posen; Virtuosi Brunenses (Naxos)

2014 - Gioachino Rossini, Il viaggio a Reims - Antonino Fogliani; Laura Giordano, Marianna Pizzolato, Sofia Mchedlishvili, Alessandra Marianelli, Bogdan Mihai, Maxim Mironov, Mirco Palazzi, Bruno de Simone, Bruno Praticò, Gezim Myshketa, Baurzhan Anderzhanov, Carlos Cardoso, Guiomar Cantò, Olesya Berman Chuprinova, Annalisa D'Agosto, Artavazd Sargsyan, Lucas Somoza Osterc, Yasushi Watanabe; Camerata Bach Chor Posen; Virtuosi Brunenses (Naxos)

2013 - DVD Gioachino Rossini, Guillaume Tell (Bongiovanni)
2013 - CDs  Gioachino Rossini, Guillaume Tell (Naxos) - Antonino Fogliani; Andrew Foster-Williams, Michael Spyres, Nahuel Di Piero, Judith Howarth, Tara Stafford, Raffaele Facciolà, Giulio Pelligra, Artavazd Sargsyan, Marco Filippo Romano, Alessandra Volpe; Camerata Bach Chor Posen, Virtuosi Brunensis - (Spieldauer 4:12:21 - Der komplette Tell!) 

2012 - Saverio Mercadante, I briganti - Antonino Fogliani; Bruno Praticò, Maxim Mironov, Vittorio Prato, Petya Ivanova, Rosa Fiocco, Atanas Mladenov, Jesùs Ayllón; Camerata Bach Chor Posen; Virtuosi Brunenses (Naxos)

2012 - Gioachino Rossini, Semiramide - Antonino Fogliani; Alex Penda, Marianna Pizzolato, Lorenzo Regazzo, John Osborn, Andrea Mastroni, Marija Jokovic, Vassilis Kavayas, Raffaele Facciolà; Camerata Bach Chor Posen; Virtuosi Brunenses (Naxos)

2011 - Gioachino Rossini, Stabat mater / Kantate "Giovanna d'Arco"Antonino Fogliani; Majella Cullagh, Marianna Pizzolato, Jose Luis Sola, Mirco Palazzi, Camerata Bach Choir Poznan, Württembergische Philharmonie Reutlingen (Naxos)

2011 - Stefano Pavesi, Ser Marcantonio - Massimo Spadano; Marco Filippo Romano, Loriana Castellano, Matteo D'Apolito, Timur Bekbosunov, Silvia Beltrami, Svetlana Smolentseva, Massimiliano Silvestri; Camerata Bach Chor Posen, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim (Naxos)



2010 - Gioachino Rossini, Le Siège de Corinthe - Jean-Luc Tingaud; Lorenzo Regazzo, Majella Cullagh, Michael Spyres, Marc Sala, Matthieu Lécroart, Gustavo Quaresma Ramos, Marco Filippo Romano, Silvia Beltrami; Camerata Bach Chor Posen; Virtuosi Brunenses (Naxos)

2010 - Pietro Generali, Adelina - Giovanni Battista Rigon; Dusica Bijelic, Gabriele Nani, Elier Muñoz, Silvia Beltrami, Gustavo Quaresma Ramos, Ugo Rabec, Patrick Schneider; Virtuosi Brunensis (Naxos) 

2009 - Gioachino Rossini, La gazza ladra - Alberto Zedda; Giulio Mastrototaro, Luisa Islam-Ali-Zade, Kenneth Tarver, Maria José Moreno, Bruno Praticò, Lorenzo Regazzo, Mariana Rewerski, Stefan Cifolelli, Pablo Cameselle, Maurizio Lo Piccolo, Damian Whiteley; Classica Chamber Chor; Virtuosi Brunensis (Naxos)

2009 - Nicola Vaccaj, La sposa di Messina - Antonino Fogliani; Jessica Pratt, Filippo Adami, Armando Ariostini, Wakako Ono, Maurizio Lo Piccolo; Classica Kammerchor Brno; Virtuosi Brunenses - Nach "Die Braut von Messina" von Friedrich Schiller (Naxos)



2008 - Gioachino Rossini, Otello - Antonino Fogliani; Michael Spyres, Jessica Pratt, Ugo Guagliardo, Filippo Adami, Giorgio Trucco, Geraldine Chauvet, Sean Spyres, Hugo Colin, Leonardo Cortellazzi; Philharmonischer Chor Transilvania Cluj; Virtuosi Brunenses (Naxos)



2008 - Giovanni Pacini, Il convitato di pietra - Daniele Ferrari; Leonardo Cortellazzi, Geraldine Chauvet, Zinovia-Maria Zafeiriadou, Ugo Guagliardo, Giorgio Trucco, Giulio Mastrototaro, Kornelia Gocalek, Patrick Wurzel; Philharmonischer Chor Transilvania Cluj; Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim (Naxos) - "Der steinerne Gast" hat in etwa die gleiche Handlung wie Mozarts "Don Giovanni". Die Oper mit durchaus anspruchsvollen Partien - die Partie des Don Giovanni erfordert z. B. einen sehr hohen Tenor à la Rossini, die umfangreiche Rolle der Zerlina einen großen Stimmumfang und ausgezeichnete Koloraturtechnik - wurde vom Komponisten für seine Familienmitglieder geschrieben und war für private Aufführungszwecke gedacht.


2008 - Gioachino Rossini, L’italiana in Algeri - Alberto Zedda; Marianna Pizzolato, Lawrence Brownlee, Lorenzo Regazzo, Bruno De Simone, Giulio Mastrototaro, Ruth Gonzales, Elsa Giannoulidou; Philharmonischer Chor Transilvania Cluj; Virtuosi Brunenses (Naxos)



2007 - Saverio Mercadante, Don Chisciotte alle nozze di Gamaccio - Antonino Fogliani; Ugo Guagliardo, Domenico Colaianni, Laura Catrani, Ricardo Mirabelli, Hans Ever, Giulio Mastrototaro, Marisa Bove, Filippo Polinelli; Chor des Conservatorio San Pietro e Majella, Neapel; Tschechische Kammersolisten Brno (Naxos).

2007 - Gioachino Rossini, La gazzetta - Christopher Franklin; Marco Cristarella Orestano, Michael Spyres, Judith Gauthier, Giulio Mastrototaro, Vincenzo Bruzzaniti, Rossella Bevaqua, Maria Soulis, Filippo Polinelli, Emanuele Capissi; Chor des Conservatorio San Pietro e Majella, Neapel; Tschechische Kammersolisten Brno (Naxos) - In dieser Oper geht es um Irrungen und Wirrungen infolge einer heimlich vom Vater aufgegebenen Heiratsannonce.



2006 - DVD Michele Carafa, I due Figaro - Brad Cohen; Carmine Monaco, Simon Bailey, Eunshil Kim, Giorgio Trucco, Cinzia Rizzone, Rosella Bevaqua, Vittorio Prato, Giuseppe Fedeli, Alessio D'Aniello; Chor des Conservatorio San Pietro e Majella, Neapel; Württembergische Philharmonie Reutlingen (Bongiovanni) - s. auch den Beitrag hier im Blog

2006 - Gioachino Rossini, La cambiale di matrimonio - CD und DVD - Christopher Franklin; Vito Priante, Julija Samsonova, Daniele Zanfardino, Giulio Mastrototaro, Francesca Russo Ermolli, Tomasz Wija; Württembergische Philharmonie Reutlingen (CD: Naxos / DVD: Bongiovanni)

2006 - Gioachino Rossini, La donna del lago – Alberto Zedda; Sonia Ganassi, Marianna Pizzolato, Maxim Mironov, Ferdinand von Bothmer, Wojtek Gierlach, Olga Peretyatko, Stefan Cifolelli; Prager Kammerchor; Banda festiva Tübingen; SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern (konzertante Aufführung für die CD-Produktion im November 2006) (Naxos)

2006 - Gioachino Rossini, Mosè in Egitto – Antonino Fogliani; Lorenzo Regazzo, Akie Amou, Wojtek Gierlach, Filippo Adami, Rossella Bevaqua, Giorgio Trucco, Karen Bandelow, Giuseppe Fedeli; Chor des Conservatorio San Pietro e Majella, Neapel; Württembergische Philharmonie Reutlingen  (Naxos)

2005 - Giacomo Meyerbeer, Semiramide – Richard Bonynge; Deborah Riedel, Filippo Adami, Fiona Jones, Wojtek Gierlach, Olga Peretyatko, Leonardo Silva; Rossini-Chor Altensteig; Württembergische Philharmonie Reutlingen (Naxos) – Diese Oper aus Meyerbeers italienischer Zeit hat eine andere Episode aus dem Leben der Königin Semiramis zum Gegenstand als Rossinis gleichnamige Oper.

2005 - Gioachino Rossini, L'occasione fa il ladro - Antonino Fogliani; Elizaveta Martirosyan, Fanie Antonelou, Jessica Lorenz-Held, Mauro Utzeri, Gardar Thór Cortes, Gianpiero Ruggeri, Hartmut Held, Joan Ribalta; Württembergische Philharmonie Reutlingen (Naxos)



2005 - Gioachino Rossini, L'inganno felice - Alberto Zedda; Kenneth Tarver, Corinna Mologni, Simon Bailey, Marco Vinco, Lorenzo Regazzo; Tschechische Kammersolisten Brno (Wiedereröffnung des Kurtheaters am 1. Juli 2005) (Naxos)

2004 - Johann Simon (Giovanni Simone) Mayr, L’amor coniugale – Christopher Franklin; Cinzia Rizzone, Francescantonio Bille, Tatjana Charalgina, Dariusz Machej, Giovanni Bellavia, Bradley Trammell;Württembergische Philharmonie Reutlingen (Naxos) – Diese 1805 entstandene „Befreiungs“-Oper basiert auf der gleichen Vorlage wie Beethovens Leonore/Fidelio.

2004 - Gioachino Rossini, La Cenerentola – Alberto Zedda; Joyce DiDonato, José Manuel Zapata, Bruno Praticò, Paolo Bordogna, Luca Pisaroni, Patricia Cigna, Martina Borst; Prager Kammerchor; SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern  (konzertante Aufführung für die CD-Produktion im November 2004) (Naxos)

2004 - Gioachino Rossini, Ciro in Babilonia – Antonino Fogliani; Riccardo Botta, Anna Rita Gemmabella, Luisa Islam-Ali-Zade, Maria Soulis, Wojciech Gierlach, Giorgio Trucco, Giovanni Bellavia; Kammerchor Ars Brunensis; Württembergische Philharmonie Reutlingen (Naxos) - Es geht hier (wie bei Händels Belsazar) um die biblischen Gestalten Belsazar (Baldassare) und den Perserkönig Cyrus (Ciro), - aber eher nur als Hintergrund für eine Geschichte um eine treue und standhafte Ehefrau.

2003 - Gioachino Rossini, Torvaldo e Dorliska – Alessandro De Marchi; Huw Rhys-Evans, Paola Cigna, Mauro Utzeri, Michele Bianchini, Anna Rita Gemmabella, Giovanni Bellavia; Kammerchor Ars Brunensis; Tschechische Kammersolisten Brno (Naxos)



2003 - Luigi Mosca, L’italiana in Algeri – Brad Cohen; Wojciech Gierlach, Agata Bienkowska, Donat Havar, Christian Senn Vasquez, Asa Fanney Gestsdottir, Florian Mock, Anna Markovska; Kammerchor Ars Brunensis; Tschechische Kammersolisten Brno (Bongiovanni) – Moscas „L’italiana in Algeri“ (1808) und die von Rossini (1813) haben eines gemeinsam: das Libretto von Angelo Anelli.

2002 - Peter von Winter, Maometto - il fanatismo – Gabriele Bellini; Sebastian Na, Maria Luigia Borsi, Antonio de Gobbi, Luca Salsi, Cesare Ruta, Gloria Montanari; Tschechischer Philharmonischer Chor Brno; Tschechische Kammersolisten Brno (Marco Polo) – Diese 1817 an der Scala di Milano uraufgeführte Oper basiert auf Voltaires Tragödie von 1736 („Mahomet ou Le Fanatisme“) und handelt von der Belagerung Mekkas durch den Propheten Mohammed, während Rossinis „Maometto Secondo“ ein türkischer Sultan im Kampf der Ottomanen gegen die Venezianer einige Jahrhunderte später ist.

2002 - Gioachino Rossini, Maometto Secondo – Brad Cohen; Denis Sedov, Anna Rita Gemmabella, Luisa Islam-Ali-Zade, Massimiliano Barbolini, Antonio de Gobbi, Cesare Ruta; Tschechischer Philharmonischer Chor Brno; Tschechische Kammersolisten Brno (Naxos) – Version für Venedig 1822: Nicht die Türken siegen wie in der Fassung der Uraufführung, sondern – natürlich – die Venezianer, und es gibt ein Happy-End mit dem Finalrondo aus „La donna del lago“.

2002 - Gioachino Rossini, Le Comte Ory – Brad Cohen; Huw Rhys-Evans, Luca Salsi, Wojtek Gierlach, Linda Gerrard, Gloria Montanari, Luisa Islam-Ali-Zade, Sofia Soloviy; Tschechischer Philharmonischer Chor Brno; Tschechische Kammersolisten Brno (Naxos)










2001 - Gioachino Rossini, La pietra del paragone – Alessandro De Marchi; Agata Bienkowska, Anna Rita Gemmabella, Anke Herrmann, Raffaele Costantini, Alessandro Codeluppi, Dariusz Machej, Gioacchino Zarrelli; Tschechischer Kammerchor; Tschechische Kammersolisten (Naxos)

2001 - Johann Simon (Giovanni Simone) Mayr (attrib.), Verter – Paul Terracini; Anna Rita Gemmabella, Anke Herrmann, Davide Cicchetti, Pavol Brslik (= Pavol Breslik), Luca Salsi, Gioacchino Zarrelli; Tschechische Kammersolisten (Bongiovanni) – Eine sehr freie Bearbeitung des  Werther-Stoffes. Hier streiten sich die Musikwissenschaftler noch, ob diese Oper nicht vielleicht doch von Vincenzo Pucitta stammt.

2001 - Gioachino Rossini, Messa di Lugo / Vespro Lughese (Edition: Deutsche Rossini Gesellschaft) – Gabriele Bellini; Eibe Möhlmann, Cosmina Cordun, Pavol Brslik (= Pavol Breslik), Giovanni Botta, Teru Yoshihara, Dariusz Machej; Tschechischer Kammerchor; Tschechische Kammersolisten Brno (Anm.: Im Booklet ist nicht angegeben, welcher Tenor welches Tenorsolo singt; laut Programmheft war Giovanni Botta Tenor 1 und Pavol Breslik Tenor 2. Von mindestens einem Tenorsolo, das im Konzert der Tenor 1 gesungen hat, sind - unter einem anderen Dirigenten, da Gabriele Bellini bereits abgereist war - Nachaufnahmen gemacht worden. Ich habe selbst miterlebt, wie Pavol Breslik und Brad Cohen in der Masterclass von William Matteuzzi erschienen und dort eins der Tenorsoli - ich meine, es war "Qui tollis peccata mundi" - geprobt wurde, und habe mich dann entsprechend erkundigt). Bonus: Matthias Rexroth singt Arien aus der Messa di Milano (Bad Wildbad 1999) - Marc Andreae; Tschechischer Kammerchor; Stuttgarter Philharmoniker (Bongiovanni)

2000 - Gioachino Rossini, L’equivoco stravagante
(Edition: Deutsche Rossini Gesellschaft) – Alberto Zedda; Petia Petrova, Marco di Felice, Marco Vinco, Dario Schmunck, Monica Minarelli, Eduardo Santamaria; – Diese 1811 in Bologna uraufgeführte Oper wurde nach drei Vorstellungen von der Zensur verboten, die den Stoff zu anrüchig fand, - es geht um einen ziemlich emanzipierten „Blaustrumpf“ namens Ernestina, die über die Liebe und die Trennung von Geist und Körper philosophiert und gar als verkleideter „musico“ denunziert und wegen Fahnenflucht verhaftet wird, - „musico“ ist hier im Sinne von Kastrat zu verstehen.

1999 - Gioachino Rossini, Elisabetta – Regina d’Inghilterra – Herbert Handt; Inga Balabanova, Akie Amou, Agata Bienkowska, Harald Quaden, Mario Zeffiri, Seung-Hee Park; Tschechischer Kammerchor; Stuttgarter Philharmoniker (Bongiovanni)


1998 - Gioachino Rossini, Matilde di Shabran – Francesco Corti; Akie Amou, Thomas Ruf, Ricardo Bernal, Noé Colin, Gioacchino Zarrelli, Maurizio Leoni, Agata Bienkowska, Roswitha Grabmeier Müller, Pavel Baxa; Tschechischer Kammerchor; I Virtuosi di Praga (Bongiovanni)



1998 - Gioachino Rossini, Messa di gloria / Tantum ergo - Handt; Acosta, Baxa, Matteuzzi, Stamboglis, Zeffiri; Tschechischer Kammerchor, I Virtuosi di Praga (Hänssler)

1997 - Gioachino Rossini, Il vero omaggio (Kantate) / Il pianto delle muse in morte di Lord Byron – Herbert Handt; Tatjana Korovina, Angelo Manzotti, William Matteuzzi, Hernan Iturralde; Tschechischer Kammerchor; I Virtuosi di Praga (Bongiovanni)

1997 - Gioachino Rossini, Eduardo e Cristina (Edition: Deutsche Rossini Gesellschaft) - Francesco Corti; Omar Jara, Carmen Acosta, Eliseda Dumitru, Konstantin Gorny, Jorge Orlando Gomez; Tschechischer Kammerchor; I Virtuosi di Praga (Bongiovanni)

1996 - Gioachino Rossini, Aureliano in Palmira - Corti; Alnicolli, Canis, George, Korovina, Manzotti, Ordoneau; Tschechischer Kammerchor; I Virtuosi di Praga (Bongiovanni)





1996 - Gioachino Rossini, Le nozze di Teti e di Peleo (Kantate) / Omaggio umiliato a Sua Maestà (Ballettmusik) - Andreae; George, Korovina, Lopera, Malta, Schäfer; Virtuosi di Praga (Hänssler)

1995 - Gioachino Rossini, Sigismondo – Marc Andreae; Carmen Oprisanu, Tatjana Korovina, Omar Jara, Vladimir Prudnikov, Cornelia Müller, Young-Chan Kim; Prager Männerchor; Stuttgarter Kammerorchester (Crossroads Records)

1992 - Gioachino Rossini, Soirée musicale (Kantaten: Egle ed Irene/ Dalle quiete e palli d'ombre / Aurora; Trois choeurs religieux u.a.) - Galcgoczy-Mecher, Moon-Sook Park, Pfeiffer, Mende, Schork; Korth (Piano) - (ebs records)

2. Dezember 2010

Der italienische Meyerbeer

Am 4. Dezember 2010 sendete Radio OE1 den Mitschnitt einer Aufführung von Giacomo Meyerbeers Oper Emma di Resburgo, aufgenommen am 7. November 2010 im Wiener Konzerthaus (Inhalt und Besetzung s.u.), eine bemerkenswerte Rarität.
Giacomo Meyerbeer ist in erster Linie als Meister der französischen Grand Opéra bekannt: Robert le Diable, Les Huguenots, L'Africaine u.a. - alles Werke, die heutzutage nur noch äußerst selten auf den Spielplänen erscheinen. Noch vergessener waren aber seine italienischen Opern, die für Rossinianer von besonderem Interesse sind, stehen sie doch unter dem nicht zu überhörenden Einfluss des damals alles beherrschenden Opernstils von Rossini.

Giacomo Meyerbeer lebte von 1791 bis 1864 und war somit ein Zeitgenosse von Gioachino Rossini (1792 – 1868). Ende 1815 ging Meyerbeer nach Italien und schrieb für die dortigen Bühnen sechs dramatische Opern:



Romilda e Costanza (Teatro Nuovo, Padua 1817)
Semiramide riconosciuta (Teatro Regio, Turin 1819)
Emma di Resburgo (Teatro San Benedetto, Venedig 1819)
Margherita d’Anjou (Teatro alla Scala, Mailand 1820)
L’esule di Granata, (Teatro alla Scala, Mailand 1822)
Il crociato in Egitto (Teatro la Fenice, Venedig 1824)


Er stand damit in Konkurrenz zu den großen dramatischen Werken Rossinis von Otello (1816) über Mosè in Egitto (1818) und Maometto secondo (1820) bis zur letzten großen opera seria Rossinis, der Semiramide von 1823. Emma di Resburgo wurde am 26. Juni 1819 in Venedig am Teatro San Benedetto uraufgeführt, also am selben Theater, an dem zuvor am 24. April 1819 Rossinis Eduardo e Cristina in Szene gegangen war.

1824 ging Meyerbeer nach Paris, ebenso wie Rossini, der dort im selben Jahr die Leitung des Théâtre italien übernahm, an dem 1825 Meyerbeers Il crociato in Egitto in einer für Paris umgearbeiteten Fassung aufgeführt wurde. Als mit Robert le Diable 1831 die erste eigentliche französische Oper Meyerbeers zur Uraufführung kam, hatte Rossini seine Tätigkeit als Opernkomponist mit dem 1829 uraufgeführten Guillaume Tell allerdings bereits beendet.


Die italienischen Opern Meyerbeers haben in den letzten Jahren wieder etwas mehr Beachtung gefunden, was nicht zuletzt den unermüdlichen „Schatzgräbern“ des Labels OperaRara zu verdanken ist. Einige Ausschnitte aus den italienischen Opern Meyerbeers enthält die bei Opera Rara erschienene Anthologie "A HUNDRED YEARS OF ITALIAN OPERA". Insgesamt erschienen sind drei Kassetten mit jeweils drei CDs über die italienische Oper der Jahre 1800 - 1830 (Tracklisten) .


Margherita d'Anjou
wurde 2003 bei OperaRara auf CD veröffentlicht und in Leipzig 2005 konzertant aufgeführt, was meine erste wunderbare Begegnung mit dem italienischen Meyerbeer war. Das Festival "Rossini in Wildbad" brachte – ebenfalls 2005 – unter der Leitung von Richard Bonynge eine szenische Aufführung der Semiramide (Mitschnitt auf CD bei Naxos erschienen). Auch beim Festival in Martina Franca gab es 2005 eine Produktion dieser Oper (Mitschnitt auf CD bei Dynamic). Der monumentale Crociato in Egitto kam 2007 am Teatro La Fenice in Venedig zur Aufführung (Mitschnitte auf CD bei Naxos und auf DVD bei Dynamic, von 1991 stammt eine bei OperaRara erschienene Gesamtaufnahme). 2004 sind Ausschnitte aus L'esule di Granata bei OperaRara erschienen. Die CD „Meyerbeer in Italy“ (OperaRara) bringt Auszüge aus allen sechs italienischen Opern Meyerbeers.

Hier die Besetzung der Wiener Aufführung von Emma di Resburgo:

Simone Kermes (Emma),
Vivica Genaux (Edemondo),
Thomas Walker (Norcesto),
Manfred Hemm (Olfredo),
Martin Vanberg (Donaldo) und
Lena Belkina (Etelia);
Wiener Singakademie; moderntimes_1800,
Dirigent: Andreas Stoehr


Ein Libretto war im Internet nicht zu finden, hier aber
zur besseren Orientierung eine kurze Inhaltsangabe:

(Quelle: Reiner Zimmermann - Giacomo Meyerbeer, Berlin 1991)
(Zum Vergrößern bitte ins Bild klicken)


Bericht über die Aufführung bei Oper in Wien 

Zur Wiener Aufführung gab es übrigens ein 
Programm mit Beipackzettel.