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30. April 2012

Rossini im Repertoire der Hamburgischen Staatsoper - Ein Rückblick auf die Spielzeit 2011/2012


Rossini - Il barbiere di Siviglia
Vorstellungen vom 17. Januar, 13. und 17. April 2012
(mit Rückschau auf die Vorstellungen am 19. / 22. Juni 2011)

In fast jeder Serie des "Barbiere di Siviglia" erweckt die neue Besetzung mindestens einer Partie bei mir Neugier, und so war ich diese Spielzeit wieder dreimal dabei.  Es waren die Vorstellungen Nr. 191, 193 und 194 seit der Premiere am 29. Dezember 1976, eine Inszenierung, die ich inzwischen auch bereits 47 mal gesehen habe, mit Generationen von Rosinas, Almavivas und Figaros, - und das mit den Generationen kann man durchaus wörtlich nehmen, standen doch am 3. Dezember 1983 Renate Behle - als Einspringerin aus (wenn ich recht erinnere) Hannover herbeigeeilt - als Rosina und am 12. Februar 2010 ihr Sohn Daniel Behle als Almaviva in dieser Inszenierung auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper. Aber auch nach so vielen Jahrzehnten mag ich die Inszenierung immer noch gerne. Nächste Spielzeit wird es leider keinen Barbiere geben, da wird man sich mit einigen Vorstellungen von "La Cenerentola" begnügen müssen, - mehr gibt es nicht von Rossini!

Für mich persönlich ist die Besetzung des Conte Almaviva von größtem Interesse, - der war schließlich bei der Uraufführung die Titelfigur ("Almaviva o sia L'inutile precauzione"), ein Thema, mit dem sich Saverio Lamacchia ausführlich befasst hat (s. Lamacchia - Der wahre Figaro).  Die für den damaligen Startenor Manuel Garcia geschriebene Musik ist ein guter Prüfstein für die Qualitäten der heutigen wirklichen oder nur so genannten Belcanto-Tenöre, - auch wenn die große Arie "Cessa di più resistere" in Hamburg  - außer von Rockwell Blake im Januar 1998 - nicht gesungen wird.

Foto: Homepage
In der Aufführung am 17. Januar 2012 war Juan Francisco Gatell der Conte Almaviva, mit vielen Vorschusslorbeeren für sein Hamburg-Debüt angekündigt, die er aber  - abgesehen von seinem blendenden Aussehen - nicht voll bestätigen konnte: hübsches Timbre, aber ziemlich einförmige Darbietung. Für mich also keine herausragende Entdeckung, aber umso größer die freudige Überraschung, die das neue Ensemblemitglied Rebecca Jo Loeb als Rosina bot. Herausragend wie immer Renato Girolami als Bartolo, Adrian Sâmpetrean als Don Basilio - abgesehen von der noch entwicklungsbedürftigen Tiefe - rollendeckend. Und Viktor Rud, der Sänger des Figaro? Ein derartiges Geschummel bei den Koloraturen habe ich selten erlebt, - in Rossini-Partien leider keine gute Besetzung, wie auch schon in "La Cenerentola" zu hören gewesen war!

Bei der Vorstellung am 13. April 2012 gab es - ohne Angabe von Gründen - gleich drei Umbesetzungen: Lawrence Brownlee für José Manuel Zapata, Rodion Pogossov für George Petean und Tara Erraught für Michaela Selinger. Don Bartolo war wieder Renato Girolami, Don Basilio Tigran Martirossian, Katja Pieweck als Berta krönte das erste Finale mit strahlenden Tönen.

Foto: Hamburgische Staatsoper

Lawrence Brownlee hatte in Hamburg bereits früher den Almaviva gesungen, - damals für mich etwas enttäuschend, da zu gradlinig ohne das gewohnte Raffinement -, aber dieses Mal legte er sich mächtig ins Zeug, insbesondere auch darstellerisch zog er zum Vergnügen des Publikums alle Register. Rodion Pogossov, schon als Posa in Verdis "Don Carlos" und kürzlich bei der Übertragung des "Barbiere di Siviglia" aus der Metropolitan Opera New York positiv aufgefallen, sang und spielte einen agilen Figaro.

Foto: Screenshot YouTube-Video
Beide Herren wirkten geradezu animiert durch die vorzügliche Leistung der charmanten Tara Erraught, die eine Rosina der Extra-Klasse sang und ihr auch darstellerisch ein eigenes selbstbewusstes Profil gab. Auf sie war ich besonders neugierig gewesen, hatte ich sie doch schon als Einspringerin in "La Cenerentola" hören können, und ich wurde nicht enttäuscht, - im Gegenteil! Das Ganze hat mir so gut gefallen, dass ich mir sofort eine Karte auch für die Vorstellung am 17. April besorgte. Leider schien Tara Erraught etwas indisponiert und sang vorsichtiger.

Nicholas Carter schlug flotte Tempi an, achtete aber dennoch auf Feinheiten der Partitur und dirigierte ausgesprochen sängerfreundlich.

Um noch einmal auf den Conte Almaviva zurückzukommen: Keiner der beiden genannten Rollenvertreter konnte an Alexey Kudrya (mehr zu diesem Sänger s. hier im Blog) heranreichen, den ich zum Ende der vorigen Spielzeit am 19. und 22. Juni 2011 gehört hatte. Ich habe lange nicht mehr ein solch schmachtendes “Se il mio nome” gehört, Effekte allein erzielt mit Mitteln des Belcanto-Gesangs. Dazu eine attraktive Bühnenerscheinung und ausgefeiltes lebhaftes Spiel mit vielen kleinen Gesten. Sehr schade, dass er nicht auch die große Arie gesungen hat! Es war aber auch sonst eine ausgezeichnete Aufführung, eine der besten des Barbiere, die ich in Jahrzehnten gehört habe. Vesselina Kasarova war – im Vergleich zu der Aufführung im September 2010 (über die ich hier berichtet habe) – wie ausgewechselt, sie hatte erkennbar Freude, mit Partnern auf weitgehend gleichem Niveau zu singen und zu spielen, ganz ohne die von mir im September 2010 beklagten Manierismen bei der szenischen Aktion. Auch Donato di Stefano (Bartolo) gab ein erfreuliches Hamburg-Debüt. Dalibor Jenis lieferte zwar für das Ohr schwer erträgliche gebellte Koloraturen, machte dies aber mit seinem szenischen Einsatz bald wieder vergessen, wenn sie überstanden waren. Alfred Eschwé dirigierte schwungvoll und ausgesprochen sängerfreundlich.


Rossini - La Cenerentola
Vorstellungen vom 28. September und 9. Dezember 2011

In der Premiere am 8. Mai 2011 hatten unter der musikalischen Leitung von Antonello Allemandi Hamburger Publikumsliebling Maite Beaumont, Maxim Mironov, Enzo Capuano und Viktor Rud die Hauptpartien gesungen, - hier das Video der Hamburgischen Staatsoper mit dieser Besetzung:
 

 

 Premierenbericht  Hamburg sucht das Superputtel (Die Welt 10.5.2011)


In der Spielzeit 2011/2012 war für die erste Serie ursprünglich Kate Aldrich als Angelina vorgesehen, für sie sprang dann aber am 28. September 2011 Tara Erraugth ein, eine wahre Entdeckung, die eine wunderbare Cenerentola sang. Maxim Mironov wiederholte seinen stilvoll gesungenen Don Ramiro, Enzo Capuano war wieder ein guter Don Magnifico. Abgesehen von der sängerisch nicht zufriedenstellenden Leistung von Viktor Rud als Dandini war es unter dem schwungvollen Dirigat von Alessandro De Marchi eine gelungene Aufführung.

Dies kann von der Vorstellung am 9. Dezember 2011 leider nicht gesagt werden. Den Don Ramiro sang nun Alek Shrader, unauffällig in Timbre und Darstellung. Viktor Rud bewies wieder, dass ihm Koloraturen gar nicht liegen, und die Cenerentola von Maria Markina war - ich kann es nicht beschönigen - eine ziemliche Zumutung (so wie es auch ihre zweimal gehörte Zerlina im "Don Giovanni" war, - es geht also nicht um die eher zufällige Form eines Abends): eine ziemlich harte und unruhige Stimme, die die Grundvoraussetzung für Belcantogesang nicht erfüllen kann, nämlich eine gleichmäßige, von ruhigem Atem getragene Stimmgebung. Wie das geht, demonstrierte Renato Girolami, -  wie immer eine reine Wohltat, ihm zuhören zu dürfen. Was aus dem Orchestergraben kam, war dieses Mal nicht der von Alessandro De Marchi gewohnte Rossini-Drive, sondern eher Ausdruck des Bemühens, die Sache irgendwie zusammen zu halten und über die Runden zu bringen, so jedenfalls mein persönliches Empfinden.

Bei einem derart unbefriedigenden musikalischen Eindruck gewann die bunte und aktionsreiche  Inszenierung ein derartiges Übergewicht, dass ich meinte, in einer großen Bühnenshow mit Musikbegleitung zu sein. Ich kann allerdings nur den ersten Akt beurteilen, denn in der Pause bin ich gegangen, - etwas, was ich äußerst selten tue und schon gar nicht bei einer Rossini-Oper.

Um zu den schöneren Erinnerungen zurückzukehren, hier abschließend Tara Erraught:
Finalrondo der Cenerentola
(Beginn bei 2:20)

 

29. April 2012

Eine Neubewertung von Rossinis "Il barbiere di Siviglia"

Saverio Lamacchia: Der wahre Figaro oder das falsche Faktotum
Aus dem Italienischen übersetzt von Marcus Köhler
Band 7 der Schriftenreihe der Deutschen Rossini Gesellschaft
"Jeder Operngänger kennt die Geschichte des Barbiers von Sevilla, der ja wohl nicht von ungefähr die Titelfigur einer der meistgespielten Opern überhaupt ist. Er freut sich über den verschmitzten Barbier, der dem etwas dümmlichen Tenor zur Erfüllung seiner Liebe verhilft und gut daran verdient. Wer es nicht im Geldbeutel hat, muss es im Hirn haben. Jeder Opernführer und jedes Programmheft bestätigen diese Sicht der Dinge. Aber dem aufmerksamen Opernfreund wird doch auch kaum entgangen sein, dass Figaros famose Vorschläge im ersten Finale völlig scheitern. Dass überhaupt noch etwas Positives für die Verliebten herauskommt, ist der Geistesgegenwart Almavivas zuzuschreiben. Und die Intrige des zweiten Aktes – stammt sie überhaupt vom Barbier, oder vom Grafen selbst? Zuletzt ist es die Macht des gräflichen Titels und Geldes, die zum ersehnten Glück führt. Mit einiger Berechtigung könnte die Oper im Untertitel nicht nur „Die unnütze Vorsicht“ heißen, sondern auch noch „Die mangelnde Pfiffigkeit“. Im Haupttitel heißt sie übrigens auch nicht so, wie wir es gewöhnt sind, sondern „Almaviva“. Falls dem Hörer dieses alles einmal beim ungetrübten Vergnügen an dieser Oper in den Sinn gekommen ist, hat er diesen Gedanken schnell verdrängt und sich auf sein gesichertes Wissen zurückgezogen, dass der abfaulende Adel ohne das aufstrebende Bürgertum doch gar nichts bewegen könne. Lamacchia überzeugt uns vom Gegenteil, in einer Monographie, die dem Opernfreund eine amüsante Lektüre bietet und zugleich wissenschaftliche Interessen befriedigt."

(Rückcovertext von Bernd-Rüdiger Kern, 1. Vorsitzender, Deutsche Rossini Gesellschaft)

s. auch den Bericht über die Aufführung der von Alessandro De Marchi rekonstruierten und dirigierten Fassung von "Almaviva o sia L'inutile precauzione" beim Festival "Rossini in Wildbad" 2004: Almaviva o sia L'utile ricostruzione 

16. April 2012

Luigi Alva - Il conte Almaviva wurde 85

Am 10. April konnte Luigi Alva seinen 85. Geburtstag feiern. Herzlichen Glückwunsch!

Sein Name wurde ein Synonym für den Conte Almaviva:
ALMAVIVA  -  VIVA ALVA  -  ALVAVIVA

Er war viele Jahre lang der Almaviva "vom Dienst", auf den großen Opernbühnen weltweit und im Aufnahmestudio. Karsten Steiger verzeichnet in der 1. Auflage seines Buchs "Opern - Ein Verzeichnis aller Aufnahmen" für die Zeit von 1956 bis 1971 nicht weniger als zehn Gesamtaufnahmen - davon vier Studioaufnahmen -, in denen Luigi Alva den Conte Almaviva in Rossinis "Barbiere di Siviglia" verkörperte.

Hamburg 31. Dez. 1982 (Fotos: privat)

Auch in Hamburg war er in dieser Partie ein beliebter Gast. In den Jahren 1980 bis 1985 habe ich ihn in fünf Vorstellungen erlebt, - schönstimmig, koloraturgewandt, eloquent und spielfreudig, charmant und von elegantem Auftreten. 1980 neben Leo Nucci als Figaro, 1985 an der Seite von Frederica von Stade und Nicolai Ghiaurov, - wahre Sternstunden! Und wenn Alberto Zedda dirigierte, wurden auch all die üblichen und ärgerlichen Striche wieder aufgemacht, da fehlte nichts - außer natürlich der großen Arie "Cessa di più resistere", die aber vor Rockwell Blake meines Wissens kein Tenor im Repertoire hatte.








Stationen seiner Karriere: 





20. Oktober 2010

Belcanto-Wochen an der Hamburgischen Staatsoper: "Il barbiere di Siviglia" und "Il turco in Italia"

Vor einiger Zeit hatte ich in meinem Beitrag Belcanto-Oper in Hamburg - Ein Trauerspiel die zunehmende Vernachlässigung des Belcanto-Repertoires unter der Intendanz von Frau Simone Young beklagt, nun begann die neue Spielzeit 2010/2011 erfreulicherweise mit „Belcanto-Wochen“.

Auf dem Spielplan stehen von September bis in den November hinein Aufführungen der Rossini-Opern Il barbiere di Siviglia und Il turco in Italia, der Donizetti-Opern Lucia di LammermoorL'elisir d'amore und La Fille du Régiment sowie der Verdi-Opern La Traviata und Rigoletto. Es handelt sich dabei um Inszenierungen, die - abgesehen von Lucia di Lammermoor - bereits seit Jahren (Traviata, Barbiere und L'elisir sogar schon seit den 1970er Jahren) im Repertoire stehen und nunmehr teilweise attraktiv besetzt worden sind. Im Mai 2011 wird es eine Neuinszenierung von Rossinis La Cenerentola geben, - schon wieder Cenerentola, muss man leider sagen. Denn die letzte Neuinszenierung war erst 1998, seinerzeit von der Presse zwar überwiegend verrissen, m. E. aber sehr gelungen (was sich auch in Folgeaufführungen, von denen ich wegen Rockwell Blake mehrere besuchte, durch in Hamburg seltenen Szenenapplaus des amüsierten Publikums bestätigte). Leider ist die Spielplanpolitik von Frau Young generell dadurch gekennzeichnet, häufig ausgerechnet solche Werke für die wenigen möglichen Premieren auszuwählen, die vor gar nicht langer Zeit gerade neu inszeniert worden waren (auch wenn das zugegebenermaßen nicht immer eine Bereicherung des Spielplans geworden war). Auf eine opera seria von Rossini oder auf die szenische Produktion einer Oper von Bellini wartet man leider immer noch vergeblich. Auch die Barockoper ist an der Hamburgischen Staatsoper nicht mehr existent, sogar das Händeljahr - Händel hatte immerhin in Hamburg für die Oper am Gänsemarkt seine ersten drei Opern komponiert - wurde schlicht ignoriert, es gab nicht einmal die Wiederaufnahme einer Produktion. Da war es schon sehr peinlich zu erleben, wie Frau Young im Händel-Film des NDR Fernsehens von Hamburg als Händelstadt erzählte und von den schönen Produktionen der Hamburgischen Staatsoper schwärmte!

Nun aber zurück zu den Belcanto-Wochen!

Rossini – Il barbiere di Siviglia (16. September 2010)

Die Belcanto-Wochen begannen für mich am 16. September mit einer sehr enttäuschenden Aufführung des Barbiere di Siviglia. Ausweislich des Programmzettels wurde die 187. Vorstellung seit der Premiere am 29. Dezember 1976 gegeben. Normalerweise steht das Alter dieser zeitlosen Produktion einem vergnüglichen Abend nicht entgegen, wenn die Solisten gut aufeinander eingestellt sind. In dieser Vorstellung wirkten aber insbesondere die Duette und Ensembles auf mich eher distanziert, insbesondere wenn Vesselina Kasarova daran beteiligt war, deren oftmals abrupte Zuckungen – und da meine ich selbstverständlich nicht die Mimik, sondern die Bewegungen des Körpers – nicht gerade Charme versprühten. Sie sang die Rosina, und leider stellte sich heraus, dass die Stimme für das große Haus – jedenfalls für die oberen Ränge – zu klein war. Ob es allein die Abendform war, kann ich natürlich nicht beurteilen. Allerdings war Frau Kasarova die einzige an diesem Abend, die Belcantogesang bot. Der Sänger des Figaro, Massimo Cavaletti, machte darstellerisch gute Figur, war von allen der Lauteste und bot ansonsten verwaschene Koloraturen und ein eher brüchiges Legato. Der Tenor des Abends, Bruce Sledge, sang und spielte eher unauffällig, - die große Arie des Almaviva „Cessa di più resistere“ wurde wieder nicht gesungen (was in diesem Fall aber auch nicht unbedingt zu bedauern war), - natürlich wieder nicht, nachdem sie – trotz freundlichen Mailwechsels mit der Chefdramaturgin und dem damaligen Operndirektor – vorletzte Spielzeit nicht einmal Lawrence Brownlee gesungen hatte; da muss man wohl nach Berlin fahren, dort ist sie Teil der Inszenierung (Video). Die weiteren Solisten der Hamburger Aufführung – Enzo Capuano als Don Bartolo, Tigran Martirossian als Don Basilio und Katja Pieweck als Berta – boten ansprechende Leistungen. Die musikalische Leitung hatte Julien Salemkour, der den Philharmonikern leider kein differenziertes Spiel entlocken konnte; die Ouvertüre erschreckte gar mit Passagen à la „Hau den Lukas“...

Rossini – Il turco in Italia (7. und 15. Oktober 2010)

Die Inszenierung des Turco in Italia von Christof Loy ist so gelungen, dass ich sie mir seit der Premiere am 20. März 2005 unabhängig von der jeweiligen Besetzung schon des Öfteren angesehen habe, und auch dieses Mal verließ ich die Vorstelllung am 7. Oktober so beglückt, dass ich mir umgehend eine Karte auch für den 15. Oktober besorgte. Hier wird nicht – wie so oft bei Inszenierungen der Buffo-Opern Rossinis - eine komische Handlung lediglich locker abgespult und das Publikum mit mehr oder weniger gelungenen Gags zum Lachen gebracht, sondern Loy schaut auch unter die Oberfläche dieser Szenen einer Ehe, deren musikalische Krönung die große Arie der Fiorilla ist, eine Arie, die eher in eine Opera seria passt. Und selbst dann, wenn das Publikum herzhaft lachen kann, bleibt man oft nachdenklich.

Im Mittelpunkt dieser Aufführungsserie im Rahmen der Belcanto-Wochen stand das Gastspiel von Sumi Jo, die als Fiorilla alle Register ihres Belcantowissens und Könnens zog und bei dem nicht enden wollenden Beifallssturm nach der mit wunderbaren Verzierungen und Variationen ausgeschmückten großen Arie kurz aus ihrer Rolle trat, als sie die Arme nicht mehr hochhalten konnte, und sich mit einer Kusshand bedankte. Um sie herum wirbelte ein ebenso spielfreudiges wie gesanglich erfreuliches Ensemble, alle Rollen – mit Ausnahme der des Selim - waren neu besetzt und gut geprobt, und die Sänger hatten offenkundig viel Spaß bei dieser Inszenierung. Luciano di Pasquale sang einen ausgezeichneten Don Geronio. Filippo Adami, vielen Rossinanern von den Festivals in Bad Wildbad und in Pesaro in guter Erinnerung, hatte als höhensicherer und koloraturgewandter Don Narciso großen Erfolg. Die beliebten Hamburger Ensemblemitglieder Moritz Gogg (Prosdocimo) und Tigran Martirossian (Selim) sangen solide und spielten ausgezeichnet, ebenso die neuen Opernstudiomitglieder Juhee Min (Zaida) und Paulo Paolillo (Albazar). Für richtig flotte Tempi sorgte Alfred Eschwé.



4. September 2008

Belcanto-Oper in Hamburg - Ein Trauerspiel


Der Festspielsommer ist vorbei – Zeit für eine Vorschau auf die kommende Saison an der Hamburgischen Staatsoper, vorrangig aus der Sicht einer Rossini- und Belcantobegeisterten.Belcanto-Opern in Hamburg? Leider weiterhin Fehlanzeige! Es sind jetzt sogar noch weniger als letzte Spielzeit, die mit sechs Strauss-Opern (davon drei als Premieren bei insgesamt fünf Opernpremieren!) völlig unausgewogen war. Nachdem nun Rossinis „Il turco in Italia“ in der wunderbaren Inszenierung von Christoph Loy nicht mehr auf dem Spielplan steht, gibt es in Hamburg nur noch:

- „Il barbiere di Siviglia“ von Rossini in einer zeitlosen Inszenierung von Gilbert Deflo aus dem Jahr 1976, - auch nach 36 im Laufe der letzten Jahrzehnte besuchten Vorstellungen immer noch gern gesehen, aber nur bei einer interessanten neuen Besetzung noch attraktiv genug;

- „L’elisir d’amore“ von Donizetti, ebenfalls in einer Uralt-Inszenierung aus dem Jahr 1977; „Inszenierung und Bühnenbild nach Jean-Pierre Ponnelle“ bedeutet in der Realität , dass dem Publikum seit Jahren nur noch ein Einheitsbühnenbild ohne Szenenwechsel geboten wird, ein Ärgernis für all diejenigen, die noch die Inszenierung in ihrer ursprünglichen Gestalt mit Heuwagen etc. kennen;

- Als Inszenierung aus neuerer Zeit steht nur „La Fille du Régiment“ von Donizetti aus dem Jahr 2006 auf dem Spielplan, eine liebenswerte und witzige Inszenierung von Alexander von Pfeil.

Eine Oper von Bellini oder eine opera seria von Donizetti gibt es – abgesehen von der misslungenen und schnell wieder verschwundenen „Lucia di Lammermoor“ von 1998 - in Hamburg ohnehin nur noch dann, wenn Edita Gruberova das gerade im Repertoire hat, aber in Hamburg natürlich nur konzertant. Und opere serie von Rossini? Zuletzt in den 80er Jahren konzertante Aufführungen von „Semiramide“ und „Guglielmo Tell“.

Und was ist nun in der kommenden Spielzeit musikalisch zu erwarten?
Die Intendantin und Generalmusikdirektorin Frau Simone Young hat – wenn ich mich recht erinnere – zu Beginn ihrer Intendanz mit der Spielzeit 2005/2006 angekündigt, Opern komplett – also ohne die üblichen Striche – zu bieten. Dies scheint aber nur für die von ihr selbst dirigierten Werke zu gelten, - eine „Traviata“ ohne Striche war ein Genuss, eine ungekürzte „Frau ohne Schatten“ erschien endlos. Beim „Barbiere di Siviglia“ aber gab es auch in den vergangenen Spielzeiten wieder die besonders ärgerlichen Amputationen insbesondere beim Duett Almaviva-Figaro, in der Musikstunde und im Terzett Almaviva-Rosina-Figaro.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Rückblick auf die 80er Jahre: Wenn Alberto Zedda dirigierte, kam man voll in den Genuss der von ihm editierten Fassung, lediglich die große Arie des Almaviva gab es nicht zu hören, da fehlten damals bekanntlich aber auch die hierzu fähigen Tenöre. Dass das heute glücklicherweise anders ist, scheint von den derzeit in Hamburg Verantwortlichen aber nicht zur Kenntnis genommen zu werden; denn selbst als in der vorletzten Spielzeit ein Almaviva-Sänger wie Antonino Siragusa zur Verfügung stand, war von der großen Arie „Cessa di più resistere“ nichts zu hören, - da machten sich Enttäuschung und Unmut breit unter den Besuchern, die wissen, was andernorts geboten wird und auch in Hamburg eigentlich selbstverständlich sein sollte und natürlich auch machbar wäre, - so hat Rockwell Blake 1998 diese Arie – wenn auch ohne Chor-Beteiligung – hier gesungen, und das war sensationell.

Die Auswahl der Dirigenten für die drei Belcanto-Opern erscheint recht ungewöhnlich. Namhafte Dirigenten oder gar belcantoerfahrene Spezialisten waren bereits in den beiden vergangenen Spielzeiten nicht mehr zu erleben, die Zeiten, in denen Alessandro De Marchi den Philharmonikern Rossini-Drive erfolgreich abforderte, sind wohl leider vorbei. Rossini und Donizetti scheinen vielmehr Experimentierfeld und Bewährungsprobe für dirigentischen Nachwuchs zu werden. Kommende Spielzeit sollen beim „Barbiere di Siviglia“ Alexander Winterson – Studienleiter an der Hamburgischen Staatsoper - , beim „Elisir d’amore“ und der „Fille du Régiment“ Florian Csizmadia – Chordirektor der Hamburgischen Staatsoper – am Pult stehen. Das können natürlich – und hoffentlich! - angenehme Überraschungen werden, ich möchte mir da kein Vorurteil erlauben, es zeigt aber, welchen Stellenwert dieses Repertoire in Hamburg hat, das zudem bei Überlastung der Philharmoniker auch gerne den Hamburger Symphonikern überlassen wird, - was beim „Turco in Italia“ vergangene Spielzeit übrigens m. E. keineswegs von Nachteil war.

Was die Besetzungen anbelangt, so können wir uns immerhin auf einige Vorstellungen des „Barbiere di Siviglia“ mit Lawrence Brownlee (hoffentlich mit der großen Arie!) und Silvia Tro Santafé – teils zusammen mit George Petean – freuen. Ansonsten wird aus dem Ensemble besetzt bzw. man kann auf Neuentdeckungen hoffen.

In Sachen Belcanto-Oper müssen wir Hamburger uns also anderswo umhören und z. B. des öfteren nach Bremen fahren. Dort stehen kommende Spielzeit mit Rossinis „Maometto II“, Rossinis „La Cenerentola“ (WA) und Bellinis „Norma“ gleich drei Opern aus der Belcanto-Ära auf dem Spielplan, alle szenisch, dazu gibt es mit Wagners „Rienzi“ und Cavallis „La Didone“ noch zwei weitere Raritäten. Und es besteht die begründete Aussicht, dass es in den kommenden Spielzeiten so interessant weitergeht. Wie uns der Bremer Intendant Herr Frey anläßlich der Mitgliederversammlung der Deutschen Rossini Gesellschaft, die dieses Jahr wegen der „Cenerentola“ in der Inszenierung von Michael Hampe in Bremen stattfand, mitteilte, wird es in Bremen in fünf aufeinander folgenden Spielzeiten jeweils die Premiere einer Rossini-Oper geben. Auch Bremerhaven bietet Interessantes: „Maria Stuarda“ von Donizetti.

Auch in Hamburg gibt es natürlich im übrigen Repertoire einige empfehlenswerte Höhepunkte:Mit einer Barockoper kann man sich allerdings nicht über die Belcanto-Misere hinweg trösten. Dieses Repertoire ist nun völlig vom Spielplan verschwunden. Die letzte Produktion machte im Juli das Internationale Opernstudio in der kleinen Opera Stabile: „La Calisto“ von Cavalli, für mich ein Saisonhöhepunkt mit einer sehr unterhaltsamen Inszenierung und mit der wunderbaren Christiane Karg, die leider nicht als Ensemblemitglied in Hamburg bleibt, sondern nach Frankfurt geht.

Die Spielzeit beginnt mit Verdi-Wochen mit sieben Opern aus dem Repertoire (vom 6. September bis 12. Oktober). Der „Rigoletto“ wird das Hamburg-Debüt von Joseph Calleja bringen, Franz Grundheber soll wieder den Macbeth singen, Michele Pertusi *den Falstaff und in „Simon Boccanegra“ Mardi Byers die Amelia, - eine Sängerin, auf deren Hamburg-Debüt alle diejenigen gespannt sind, die sie in ihrer Lübecker Zeit dort als ausgezeichnete Adriana Lecouvreur und u.a. in „I masnadieri“ erlebt haben.

*Aktueller Hinweis (8.9.): Wegen Erkrankung von Michele Pertusi singt Roberto de Candia den Falstaff.

Besonders freue ich mich wieder auf Verdis „Don Carlos“ in der fünfaktigen französischen Fassung, für mich persönlich die wichtigste Inszenierung in meinem ganzen bisherigen Opernleben, bei der ich auch nach über einem Dutzend seit der Premiere 2001 besuchter Vorstellungen immer noch neue Details entdecke. Abgesehen von der Rolle der Elisabeth, in der es ein Wiedersehen und Wiederhören mit dem langjährigen und von vielen vermissten Ensemblemitglied Danielle Halbwachs geben wird, ist die gleiche Besetzung wie in der vergangenen Spielzeit vorgesehen. Von Berichten vom Hörensagen über die beiden nach wie vor umstrittenenen Szenen dieser Konwitschny-Inszenierung sollte sich niemand abschrecken lassen: zum Autodafé, das ich persönlich besonders packend finde, weil es quasi unter unbewusster „Mitwirkung“ des Publikums stattfindet, kann man sich in freier Platzwahl ein ruhiges Plätzchen in einer der oberen Ranglogen suchen, wenn man einfach nur in Ruhe zuhören möchte, und die Pantomime „Ebolis Traum“ zur Ballettmusik ist m. E. allemal witziger und unterhaltsamer als ein Maskenball mit Balletteinlage in weißen Tütüs.

An Opernpremieren erwartet uns eine interessante Mischung: „Die Walküre“, „Die lustige Witwe“ (in einer Inszenierung von Harry Kupfer), Brittens „Death in Venice“ (mit Michael Schade), Glucks „Iphigénie en Tauride“ (unter Alessandro De Marchi) und Verdis „Attila“ (konzertant). Ein besonderes Erlebnis wird sicherlich wieder Elisabeth Connell als Turandot sein, in der vergangenen Spielzeit war ihre Darbietung einfach unglaublich faszinierend und sängerisch hervorragend.


1. September 2004

ALMAVlVA o sia L'utile ricostruzione - Almaviva oder Die nützliche Rekonstruktion ("Rossini in Wildbad" 2004)

Wer glaubte, seinen Barbiere zu kennen, erlebte in Wildbad eine Oper, die wie bei der Urauffüh­rung in Rom 1816 zu Recht „Almaviva o sia L'inutile precauzione“ (Almaviva oder Die überflüssige Vorsicht) heißt.

Es war wirklich eine sehr lohnenswerte Entdeckung und trotz der ungewohnten Länge von rund 3 ½ Stunden ein kurzweiliges Vergnügen, den so genannten „Barbiere di Siviglia“ in seiner vollständigen, von Alessandro De Marchi revidierten Urfassung zu hören, - nicht nur mit unge­kürzten Rezitativen und natürlich der großen Arie des Conte Almaviva "Cessa di più resistere", sondern auch mit Verzierungen der Zeit, insbesondere denjenigen, die dem Almaviva der Urauf­führung, Manuel Garcia Vater, zugeschrieben werden. Zu hören gab es auch die höchstwahrscheinlich von Rossini selbst stammende nachkomponierte Sopranarie ,,A se è ver", - zwar nicht konsequent, wenn man die Urfassung gibt, aber sehr schön anzuhören in der für Mezzosopran transponierten Fassung (die - neben weiteren Alternativarien, darunter noch einer zweiten für den Barbiere - auch von Marilyn Horne unter Zedda aufgenommen worden ist).

Auch die vielen ärgerlichen, in der Aufführungspraxis aber leider üblichen Striche wurden endlich wieder einmal aufgemacht, so im SchIussteiI des Duetts Almaviva-Figaro im ersten Akt, am Ende des Duetts Almaviva-Bartolo am Anfang des zweiten Akts, im Mittelteil der Musikstunden-Arie der Rosina und im Schlussteil des Terzetts Rosina-Figaro-Almaviva im zweiten Akt.

In dieser Fassung wird auch nachvollziehbar, warum der wahre Titelheld eben der Conte Almaviva ist und nicht der Komödiant Figaro. Saverio Lamacchia* hat in seinen Beiträgen in «La Gazzetta» 2003 und im Programmheft für die Wildbader Aufführung im Einzelnen überzeugend darauf hingewiesen, dass es stets einer Machtdemonstration des Conte bedarf - im ersten Akt ge­genüber dem Polizeioffizier, im zweiten Akt in Form von Gewaltandrohung gegenüber Don Basilio - , um den von Figaro angezettelten Schwierigkeiten wieder zu entkommen. Auch die große Arie ist nicht lediglich ein musikalisches Bravourstück für den damaligen Superstar Garcia, sondern der Text zeigt deutlich, wer hier das Sagen hat. Und so ist es selbstverständlich auch der Conte, der im abschließenden Finaletto als ,,Sieger" das letzte Wort hat und die kunstvollsten Verzierungen singen darf. Dass allerdings auch heutzutage nicht einmal diese Fassung des Finalettos selbstver­ständlich ist, war auch noch 2003 an der Berliner Staatsoper Unter den Linden zu erleben, wo im Finaletto nur Figaro seine Strophe singt, - und das soll dann laut Programmzettel angeblich eine Aufführung nach der revidierten Fassung von Zedda sein!

Die Aufführung war szenisch eingerichtet von Jochen Schönleber/Ensemble, was heißt, dass in einem zwangslosen Arrangement die Mitwirkenden weitgehend spontan nach Situation und Bühnenerfahrung agierten. Während der Ouvertüre trennte man sich von dem Fernseher mit lau­fender Fußballübertragung und verteilte sich in der Szenerie mit ein paar runden Tischen (gut ge­eignet auch für die Ablage von Noten für den Ernstfall der ungewohnten Stellen) und einigen Stühlen. Für Figaro noch ein spanisches Wams, für Rosina Kamm und Schultertuch, - das reichte völlig als Rahmen für einen unterhaltsamen Spielablauf. Einbezogen war auch der Begleiter der Rezitative, Marco Bellei, dessen Cembalo mit auf der Bühne war.

Auch von den gesanglichen Leistungen her war Almaviva zu Recht der Titelheld. Giorgio Trucco, der relativ kurzfristig die Partie übernommen hatte und dem Vernehmen nach die große Arie hier erstmalig sang, besitzt eine schön timbrierte, volle und runde Stimme mit guter Technik, die ihm eine gute Linienführung, gestochen saubere Koloraturen, sichere und schöne Höhen, aber auch den Einsatz der voix mixte ermöglicht. Hinzu kamen sehr differenziert gestaltete Rezitative und ein rollengerecht dominantes Auftreten. Auch Agata Bienkowska erfreute als Rosina mit gelungenen Verzierungen und konnte ins­besondere auch in der Zusatzarie ihr Können beweisen. Marian Pop konnte als Figaro mit eher zu kräftigem Bariton und großer Spielfreude auftrumpfen; dass er auch sängerisch differenzierter gestalten kann, weiß nur, wer im Solistenkonzert seine hinreißende Darbietung von Donizettis Mamma Agata erlebt hat.

Eine ganz besondere Freude war der Bartolo von Renato Girolami mit schönem rundem Bass. Die Arie des Bartolo kann man selten so gekonnt gesungen hören; die schnellen Plapperpas­sagen, bei denen bei anderen Rollenvertretern doch oft nur heiße Luft mit etwas Geräusch raus­kommt, bewältigte er mit voller Stimme und exaktester Artikulation. Den Schwierigkeitsgrad dieser Arie kann man daran ermessen, dass diese Arie früher des öfteren durch eine weniger anspruchs­volle Arie von Pietro Romani ersetzt worden ist - zu hören von Salvatore Baccaloni in der Gesamt­aufnahme von 1929 - oder sogar ganz weggelassen wurde, so in der russischen Gesamtaufnahme von 1953. Auch Wojciech Adalbert Gierlach bot als Basilio eine gesanglich saubere Leistung, auch wenn sein schöner runder Bass nicht die für einen "colpo di cannone" erforderliche Farbe hat.

Die kleineren Rollen waren mit Tatjana Charalgina, die die Arie der Berta mit hübschen Verzierungen sang, und mit Giovanni Bellavia gut besetzt; beide hatten in den anderen Produktio­nen des Festivals und bei Konzerten größere Möglichkeiten, ihr Können zu beweisen. Der Kam­merchor Ars Brunensis sang zuverlässig.

Spiritus Rector der Aufführung mit viel Freude an der Sache war Alessandro De Marchi, der guten Kontakt zu den Sängern hielt und der die Württembergische Philharmonie Reutlingen ge­schickt durch die diesem Orchester hörbar noch nicht so vertrauten diffizilen und temporeichen Gefilde einer Rossinischen Partitur führte. Interessant war die Aufstellung des Orchesters: alle Streicher links, alle Bläser rechts.

Das Publikum zeigte sich derart heftig begeistert, dass das Finaletto unter aktiver Beteili­gung des Publikums wiederholt wurde, wobei De Marchi beim Refrain fröhlich die Einsätze zum rhythmischen Mitklatschen gab.

(Besuchte Aufführungen: 11. und 13. Juli 2004)

Mitteilungsblatt der Deutschen Rossini Gesellschaft Nr. 32 (September 2004)

*Jetzt auch das Buch zu diesem Thema in deutscher Übersetzung: Saverio Lamacchia - Der wahre Figaro oder das falsche Faktotum